3. Januar 2016

Muttergefühle?

Werde ich nach deinem Befinden gefragt sage ich meist:
"Er ist ein recht ausgeglichener Junge."

Du lachst viel.
Du isst regelmäßig.
Du schläfst sehr schnell ein und wenn du Nacht's Hunger hast, dann sagst du es mir und schläfst nach der Flasche jedes Mal bis zum nächsten Morgen wieder ein.
War der Trubel des Tages zu viel, dann zeigst du es mir am Abend und ich erkenne es.
Meist lässt du dich von mir schnell wieder beruhigen wenn dir etwas fehlt und du weinen musst.
Ich erkenne Hunger, Müdigkeit, Langeweile und Schmerzen, wenn du mir die jeweiligen Signale sendest.
Du freust dich, wenn ich mich freue.
Du hast mich gerne in deiner Nähe.
Kannst du mich nicht sehen, so vermisst du mich schnell.
Du freust dich wahnsinnig, wenn ich Grimassen ziehe.
Wenn ich dir die Welt zeige, erkundigst du sie lieber wenn ich dich trage, dicht bei mir, als von dem Kinderwagen aus.
Wenn du etwas nicht möchtest, dann kannst du mir das schon ganz klar zeigen. 

Wir lieben uns, dass weiß ich!
Ich liebe dich und du liebst mich.

Und doch herrscht immer wieder dieser Kampf in meinem Kopf...

Deute ich deine Signale manchmal falsch und du fühlst dich von mir unverstanden?
Bist du an kalten Tagen wirklich warm genug angezogen, oder wirst du jetzt vielleicht krank?
Überhitzt du, wenn ich es mit der dritten Jacke zu gut meinte?
Schadet es dir, wenn ich jeden Abend neben dir liegen bleibe, bis du eingeschlafen bist?
Mache ich mit der Breikost alles richtig?
Fördere ich dich zu wenig oder überfordere ich dich vielleicht?
Hat das Badewasser die richtige Temperatur?
Unternehme ich zu viel oder zu wenig mit dir?
Ist es schlimm, wenn nicht alles "bio" ist?
Schadet es dir, wenn der Fernseher mal läuft und du gebannt auf die flackernden Bilder schaust?
Hast du zu viele Spielzeuge?
Höre ich dich auch schnell genug wenn du in deinem Bett weinst?
Fördere ich durch mein Verhalten ein manipulierendes bei dir? 
Spreche ich angemessen mit dir?
Ist meine Mimik manchmal zu undeutlich für dich?
Geht es dir gut mit mir?
Bin ich dir eine gute Mutter?
Kann ich dich auf das Leben gut vorbereiten?
Wirst du selbstbewusst sein?

Wäre ich dir ohne meine psychische Erkrankung eine bessere Mutter?
Macht sich jede Mutter so viele, manchmal absurde Gedanken?
Habe ich  zu viel Angst davor nicht alles "richtig" zu machen?





30. Dezember 2015

Seit einigen Tagen denke ich immer wieder darüber nach etwas zu schreiben.
Ich habe den Kopf so voll.
So viele Gedanken, Fragen, Empfindungen.

Das kleine, große Grübelmonster hat mich vor dem Einschlafen seit ein paar Tagen wieder fest im Griff.
Man, du nervst!
Ich weiß das mir das Schreiben hilft und es fehlt mir.
Aber...
Ich erwische mich dabei, wie ich meine Gedanken zensiere.
Ich bin doch jetzt eine Mutter.
Ich darf jetzt nicht mehr "so verrückt" sein.
Was sollen denn die Leute denken...hahahaha...
Da muss ich mich gerade mal kurz selbst auslachen :D 

Drüber reden Hanna...Das ist es doch was du immer predigst.
Ja ja, vor der eigenen Tür kehren, nicht wahr.

Eigentlich habe ich grundsätzlich keine Vorsätze für das neue Jahr, aber vielleicht nehme ich dieses mal zum Anlass...

Vorsatz: Vor der eigenen Tür kehren! 




25. Oktober 2015

Bauchgefühl

Buchgefühl... was ist das eigentlich?
- emotionale, nicht vom Verstand geleitete Einschätzung -
so steht es im Duden.

Ich weiß, bei genauem Nachdenken gar nicht ob es jemals anders war.
Meine Mutter oder andere Menschen waren immer meine Absicherung.
Meine Stimme.
Entscheidungen treffen, sich zwischen verschiedenen Dingen entscheiden?
Furchtbar! 
Besonders in den letzten Jahren habe ich mir einfach nur noch schwer vertrauen können.
Dieses Gefühl nicht "das Richtige" zu tun.
Es einfach nicht zu wissen.

Ein Beispiel, das im Duden genannt wird:

- auf sein Bauchgefühl hören, vertrauen - 

Und wenn ich kein Vertrauen habe?

Entscheidungen kann man vertagen, sie aufschieben.
Müssen sie getroffen werden ist es für mich oft unangenehm,
bin voller Selbstzweifel. 

Ich hätte nicht gedacht, das ich mir über mein Bauchgefühl einmal solche Gedanken machen werde, doch es hat eine andere Bedeutung für mich bekommen.

Ich treffe keine Entscheidungen mehr die nur mich betreffen.
Ab jetzt bist du in meinem Leben.
Ich bin für dich verantwortlich.
Ich muss für dich entscheiden.

Was ist gut für dich?
Was ist schlecht für dich?
Hast du Hunger?
Tut dir etwas weh?
Ist dir zu warm?
Ist dir zu kalt?
Was kann ich tun damit du es gut hast?

Ich muss lernen mir zu vertrauen, damit du mir vertrauen kannst.