28. März 2015

Wut Trauer Scham

Die Welt macht mich gerade so unfassbar traurig.
So viel Verzweiflung, Wut und Berichterstattungen, die mich den Kopf schütteln lassen. 
Manchmal frage ich mich wirklich was es für Menschen gibt, die so unfassbar grausam sein können.
So viel Leid, Krieg, Mord und oft interessiert es keinen. 

Hauptsache das Kind trägt die richtige Kleidung in der Schule, damit es von den anderen nicht verbal und körperlich fertig gemacht wird, misshandelt wird.

Es verhungern Menschen elendig auf der Welt und wir schmeißen Lebensmittel einfach weg, in die Tonne. 

Es ist nicht nur der aktuelle Fall des Flugzeugabsturzes, es ist alles andere drum herum. 

Die Menschen geiern auf die nächste erste Seite der Bildzeitung und geilen sich an diesen Schlagzeilen auf, ohne auch nur einen Funken eigenes Denken oder Reflektieren zuzulassen. 
Alles was aus dieser doch oft kranken Welt berichtet wird ist doch ausgesiebt. 
Wer entscheidet denn bitte welche Bilder und Geschichten wir zu Gesicht bekommen? 
Es wird den Menschen ein Brocken hin geworfen über den sie dann herfallen können, wie ausgehungerte Hunde. 
Sie sind dann zufrieden, denn sie haben etwas über das sie sich ereifern können. 
Und was ist aus den Kriegsopfern geworden, den Ebola Opfern? Ist der Virus auf einmal verschwunden?
Doch wer schaut von der Masse denn wirklich noch hinter die Fassade oder traut sich die eigene vielleicht andere Meinung zu äußern?
Und es macht mich gerade so wütend und traurig über so viele Missstände nachzudenken. 
Und ich schließe mich selbst nicht aus. 
Es macht mich traurig selbst manchmal ein Teil dieser Masse zu sein, die das Spiel mit spielt. 
"Was kann ich schon ändern"? 
Aber wenn jeder, der sich einmal Gedanken darüber macht, was in dieser Welt so alles schief läuft so denkt kann ja auch nichts passieren. 
Ich höre manchmal, 
"Wir sind früher noch auf die Straßen gegangen" 
Warum zum Teufel machen wir das nicht mehr? 
Warum wehren wir uns nicht? 
Warum macht fast keiner mehr den Mund auf? 
Wer hat uns das eigentlich verboten? 
Und selbst wenn uns keiner zuhören würde, sind wir selbst es uns nicht manchmal schuldig die eigenen Gedanken und das eigene Handeln zu reflektieren und uns vor uns selbst zu rechtfertigen?

Ich frage mich gerade woher diese Wut in mir kommt.
Ich musste das einmal los werden...

27. März 2015

Allein sein-sich allein fühlen

Es gibt oft Momente in denen ich zweifel.
Ich habe große Angst vor Verlusten und davor allein zu sein.
Schon Wochen vor meinem Geburtstag habe ich davon geträumt, dass ich von allen vergessen werde und diesen Tag allein verbringe.

Und was war?
Ich hatte einen wundervollen Tag und 
habe mich sehr geschätzt und geliebt gefühlt.

Aber diese Zweifel waren da und lassen sich manchmal auch nicht unterdrücken 
oder mit Vernunft verdrängen.

Auch wenn ich es nicht bin, fühle ich mich manchmal allein, kennt Ihr das?
So unsinnig, aber ein reales Gefühl.
Das einen/mich dann sogar in Träumen verfolgt. 

16. März 2015

Einmal Klischee bitte

Ich finde es immer wieder erstaunlich, was für kluge Ratschläge ich für andere haben kann.
Ich kann so voller Mitgefühl sein und Verständnis für jeden noch so kleinen Zweifel haben. 

Und wenn es mich selbst betrifft?
Ich stehe nun vor der Aufgabe mich mit so vielen neuen Themen zu beschäftigen:

eine Hebamme finden, wo mache ich einen Geburtsvorbereitungskurs, wo möchte ich entbinden, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Kindergeld, Sorgerecht, Betreuungsgeld, Kinderzuschlag, Vaterschaftsanerkennung, wer macht was? Wo bekomme ich welchen Antrag? Wann muss was beantragt werden? 

Wenn es mich, wie in diesem Fall selbst betrifft,dann
kommt meist sofort das Klischee Denken durch: 
Hilfe annehmen bedeutet in meinem Fall Schwäche zu zeigen.

"Ach Hanna, nun stell dich mal nicht so an.
Reiß dich etwas mehr zusammen, dann kannst du das auch allein schaffen.
Es gibt andere, die diese Hilfe viel nötiger hätten. 
Was sollen denn deine Freunde von dir denken?
Ich denke du bist wieder stabil, warum schaffst du es dann nicht selbst 
dich um diese Dinge zu kümmern?
Du hast fast den ganzen Tag Zeit, dann kannst ja wohl mal recherchieren und ein paar Telefonate führen!" 

Letzte Woche habe ich es dann tatsächlich geschafft zur pro familia zu gehen.
Ich saß dort im Wartebereich und hatte als erstes den dringenden Wunsch wieder zu flüchten.
Ich habe mich sehr unwohl in meiner Haut gefühlt, so schwach und hilfebedürftig.
Nachdem ich mit einer Mitarbeiterin und einer Praktikantin zusammen saß habe ich einmal tief durchgeatmet und als erstes von meinem Wunsch wieder zu flüchten berichtet.

Und in diesem Moment habe ich einen Unterschied bemerkt.
Früher hätte ich, wenn ich es überhaupt geschafft hätte diesen Termin zu vereinbaren und auch tatsächlich hin zu gehen, dem Wunsch zu flüchten nachgegeben und wäre einfach wieder gegangen und hätte mich zu Hause unter der Decke versteckt. 
Voller Scham. 

Der Unterschied: Ich habe von meinen Ängsten und Gefühlen berichtet, habe sie ausgesprochen und ihnen so die Macht und ihre vermeintliche Bedrohung genommen.