21. Februar 2017

doppelte Liebe

Sie ist da, die kleine Schwester.
Nun schon seit sieben Wochen.
Ein Start ins Leben der für uns alle nicht leicht war.
Noch nicht leicht ist.

Du wurdest mir auf meine Brust gelegt, ich war so glücklich und wahnsinnig gespannt auf dich.
Ich wollte dich sehen, dich fühlen.
Ich erinnerte mich an das Gefühl als ich deinen Bruder kennen lernte.
Auf dieses Gefühl wartete ich.
So gespannt.
Und dann...

Du lagst da mit deinem zerknirschtem Gesicht.
Auf mir, auf meinem Herzen.
Ich wollte dich begrüßen.
Ich wollte dich sehen, fühlen, riechen...dich lieben.

Doch dann...
Ich wusste es stimmt etwas nicht.

Ich verstand in diesem Moment nicht.
Wusste nicht was hier nicht stimmte.
Aber es kam, ein Gefühl das mich erdrückte, mir Angst machte.

Ich sah dich an und du warst so dunkel.
Warum ist meine Tochter so dunkel?
Ich verstand es erst später.
Du warst blau.

Sie nahmen dich, legten dich in das Bettchen.
Ich drehte mich zu dir, damit ich dich sehen konnte.
Da sah ich, da ahnte ich...
Du wurdest beatmet.
Dieser Moment war für mich nicht greifbar.
Ich realisierte gar nicht was gerade passierte.
Sie nahmen dich mit, denn allein wolltest du auf dieser Welt einfach noch nicht atmen.

Ich sehe heute noch wie die Tür auf geht und die Ärzte mit dir auf dem Arm rennen.
Und dann?
Es kam eine Zeit an die ich mich kaum erinnern kann.
Ich weiß nicht mehr wie lange es dann dauerte bis ich kurz zu dir durfte.

Ich habe das Gefühl ich verstehe erst jetzt ganz langsam.

8. Oktober 2016

Ich habe Depressionen?

Ich habe Depressionen. Punkt

So lautet der Name meines Blogs.
Die Überschrift meiner Gedanken.
Der erste Satz, den jemand auf dieser Seite liest.
Eine Beschreibung.

Ich frage mich, ob ich diese Aussage so noch stehen lassen kann und möchte.

Habe ich Depressionen?
Nein!
Jetzt gerade in diesem Moment nicht.
Ich bin stabil und würde mich im, wie sagt man so schön "im Hier und Jetzt" nicht als depressiv bezeichnen.

Mein Sohn wird bald 15 Monate alt und in drei Monaten bekommt er eine kleine Schwester.
Ich bin nun seit fast zwei Monaten verheiratet und wir sind auf der Suche nach unserem ersten eigenem Häuschen.

Es passiert gerade wahnsinnig viel im Außen und in mir, mit mir.

Ich ärgere mich manchmal, nicht mehr so viel Zeit zu finden meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Eine zeitlang habe ich gedacht: "Ich kann gerade gar nicht schreiben, ich bin ja gar nicht depressiv."
Doch diesen Gedanken verfolge ich nicht mehr.

Ich habe so viele Dinge in meinem Kopf die mich beschäftigen und über die ich nachdenke und nur weil sie in diesem Moment nicht von einer depressiven Stimmung begleitet werden sind sie ja nicht weniger wert, kleiner oder unbedeutender.
Sie sind da.
Egal ob in einer depressiven oder stabilen Phase.


12. Mai 2016

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen

Überladen...
Das ist das Gefühl.

Ein Akku, der ständig an der Stromquelle hängt.
Er ist längst voll, gut genährt mit Energie, Informationen zum verarbeiten
und Dingen zum abarbeiten.
Jeder kleine Luftraum wird sofort mit neuer Energie und Informationen gefüttert.
Es geht gut.
Positive Energie.
Die kann doch nicht schaden.

Ich werde darauf hin gewiesen.
Weise zurück.
Ein voller Akku ist doch was feines.
Immer voller Energie, die genutzt werden kann.
Viel schaffen.
Ausnutzen.
Noch mehr Informationen.
Gute Informationen!

Gut
Gut
Gut

PENG......
Der Akku hat ein Leck...
Es pfeift und zischt.
Dampf tritt aus.
Er war zu voll, hat die Menge nicht mehr zusammen halten können.

Ups...
Wieder nicht gemerkt, nicht für möglich gehalten.
Nicht geglaubt.

Und nun?
Erst einmal kurz sitzen bleiben.
Durchatmen.
Kurze Pause.
Die Dinge betrachten.
Sortieren.
Auf mich besinnen.
Prioritäten setzen.
Hinterfragen.
Aufmerksam sein.

Langsam wieder starten, mit Dingen die mein Akku fassen kann.
Und einem leeren Raum zum durchatmen.