4. September 2017

Ich habe, ich habe nicht, ich habe

Ich habe einen liebevollen Ehemann.
Ich habe wundervolle Kinder.
Ich habe ein Zuhause.
Ich habe einen tollen Garten.
Ich habe eine Familie.
Ich habe ein Auto.
Ich habe ein Fahrrad.
Ich habe Busverbindungen.
Ich habe Freunde.
Ich habe Ansprechpartner.
Ich habe Zeit.
Ich habe eine Therapeutin.
Ich habe ein Hobby.
Ich habe Geld.
Ich habe Whatsapp- Gruppen.
Ich habe ein Facebook- Profil.
Ich habe Babygruppen.

Und trotzdem gibt es Tage an denen fühle ich mich einsam, blind,
ohne Motivation,
ohne Freunde,
ohne Freude,
ohne ein Leben,
ohne Mut,
ohne Durchhaltevermögen,
ohne Kreativität,
ohne jegliche Möglichkeiten,
ohne Hunger,
ohne Wissensdurst.


1. September 2017

nicht gut genug

Seit Tagen möchte ich schreiben.
Die Worte, die Sätze, die Gedanken in meinem Kopf auf  Papier bringen,
um sie dann eventuell aus meinem Kopf zu bekommen.

Ich schaffe es nicht, denn ich habe Angst davor mich nicht richtig ausdrücken zu können,
nicht das schreiben zu können was ich denke und was ich fühle.
Ein altes Thema.
Die Angst etwas nicht gut zu machen.
Nicht gut genug.
Ich möchte sie niederschreiben und habe Hemmungen.
Ich bin verunsichert darüber was andere über diese Zeilen denken könnten, über mich denken könnten, über meine Gedanken.

Ja ich weiß, es sollte mir egal sein, denn ich schreibe für mich.
Ich schreibe damit es mir besser geht.
Aber es ist mir nicht egal.
Denn auch wenn nur eine andere Person, ob mir bekannt oder völlig fremd diesen Text lesen würde und denken würde:
"Was für ein Unsinn" oder "Wie schlecht geschrieben"
Dieser Gedanke ist schwer auszuhalten.
Mein Hals schnürt sich zu.
Die Luft wird dünn.
In diesem Moment bin ich wieder nicht gut genug.
Nicht gut genug zu schreiben.
Nicht gut genug etwas sinnvolles zu schreiben.
Meine Gedanken sind nicht gut.
Ich bin nicht gut.

Und nun habe ich es doch getan.
Geschrieben.
Und ich habe Angst, doch ich habe es getan.
Punkt.

31. Mai 2017

Keine Ignoranz

Wenn man sich die einfachsten Dinge nicht merken kann.
Immer wiederkehrende Termine - Ich muss trotzdem nachschauen.
Die gleichen Uhrzeiten - Ich brauche Vergewisserung.
Ein dicker fetter Terminkalender - Ich vergesse Verabredungen.

Das ist so anstrengend und vor allem frustrierend!
Ich muss mir gerade eingestehen, das mein Alltag davon begleitet wird.
Und in Zeiten, in denen es mir nicht ganz so gut geht bricht das bisschen Routine oft gänzlich zusammen.

Es ist nicht nur schwer für mich diesen Krankheitsbegleiter zu haben,
auch für meine Mitmenschen ist es oft schwierig.
Ich musste mir heute wieder einmal bewusst machen das es etwas ist, was so ist.
Und ich mache es nicht aus Ignoranz oder gar Boshaftigkeit!

Bitte bedenkt das.
Ich tue das auch.